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48h Neukölln 2018 // Ausstellung: Blaupause // Ulrike Lüders

Blaupause - Ulrike Lüders

Fotografische Spielformen des menschlichen Körpers überlagern sich, werden überzeichnet und mehrfach durch Cyanotypie belichtet.

Unter dem Titel Blaupause werden Aktfotografien gezeigt, die Spielformen des weiblichen und männlichen Körpers aufgreifen und durch Überlagerung von grafischen und malerischen Elemente neue Echtheit erfahren. Die mittels Cyanotypie hergestellten Arbeiten sind Abzüge, im Grunde genommen Vervielfältigungen des Originals. Um die Genese neuer Echtheit in diesen Vervielfältigungen zu befördern, wird vor der Belichtung mit malerischen Ergänzungen und Leerstellen durch Blausäure und Acrylfarbe gearbeitet. Durch experimentelles Arbeiten mit Mehrfachbelichtungen wird versucht, sich einer ausdrucksvollen Interpretation des menschlichen Körpers und seiner Beziehungen zu nähern. Das Hinterlassen von zeichnerischen Spuren vor und nach dem Umkopieren führt zudem neue Möglichkeiten zwischen Zeichnung, Malerei und Fotografie herbei.

Durch diese künstlerische Bearbeitung der Abzüge, die nie das Echte, lediglich eine Kopie sein können, tritt letztendlich neue Echtheit hervor.Als Motiv für die Cyanotypien dienen Aktfotografien und Gegenstände, die auf unverstellte Nacktheit Bezug nehmen. Um verschiedene Nuancen des Cyanoblaus, oder Berliner Blaus zu erzielen, werden die Arbeiten nach dem Wässern mit Auszügen aus Kaffee und Rotwein getont.

Die Cyanotypie ist ein fotografisches Edeldruckverfahren, das bereits 1842 von Sir John Herschel entwickelt wurde. Auch die britische Naturwissenschaftlerin Anna Atkins nutzte diese Methode, um mit ihrer Hilfe Pflanzen (insbesondere Farne) fotografisch festhalten zu können. Sie veröffentliche diese Erfahrungen in Büchern und wurde als eine der ersten weiblichen Fotografinnen bekannt. Cyanotypie ist auch das Verfahren, mit dem große Konstruktionspläne für Schiffe und Gebäude vervielfältigt wurden, die sogenannten Blaupausen.

Dieses sehr alte Verfahren des „Blaupausens“ wird bei den Reproduktionen für das Kunstfestival 48h Neukölln angewendet, um den schnellen, digitalen Vervielfältigungsmethoden einen echten händisch ausgeführten Entstehungsprozess mit neuen Gestaltungsmitteln entgegenzusetzen.

WANN
Fr 19:00 bis 22:00
Sa 15:00 bis 22:00
So 15:00 bis 19:00

WO
Emser Str. 128
12051 Berlin
S-/U-Bahn Hermannstrasse oder Neukölln

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